Facebooks Sammelwut   Leave a comment

Wer Facebook nutzt, läuft Gefahr, unfreiwillig persönliche Daten von sich preiszugeben. Was da auf Facebook-Servern lagert, fand ein Jurastudent heraus.

Facebook-Konto

Datensauger Facebook
Spätestens seit die BILD-Zeitung diesem Thema eine Titelseite widmete, dürfte jedem klar sein: Facebook ist kein Kuschelzoo. Wer hier seine Daten einstellt, sollte genau überlegen, welche. Denn bei Facebook bleiben sie jahrelang gespeichert, selbst wenn der Anwender sie wieder löscht. Wie und in welchem Umfang sich diese Sammelwut äußert, das interessierte den Studenten Max Schrems. Er veröffentlichte auf der Seite Europe versus Facebook eine inzwischen viel beachtete Auflistung von Datensätzen, die nachweislich auf den Servern des sozialen Netzwerkes schlummern.

Europäisches Recht genutzt
Schrems nutzte sein Recht als Verbraucher, das jedem EU-Bürger das Recht einräumt, eine Kopie der über ihn gespeicherten Daten zu besitzen. Bei Facebook bedeutet das: den Antrag auf Herausgabe persönlicher Daten ausfüllen. Hier überrascht das Unternehmen, das seinen Wert von geschätzten 100 Milliarden US-Dollar über Freundschaften generierte, mit dem eher unfreundlichen Satz „Bitte zitiere das Gesetz, wonach du Daten beanspruchst“. Das dürfte Nichtjuristen schwerfallen, deshalb nennt es der Jurastudent Schrems netterweise: „Section 4 DPA“ oder „Art. 12 Directive 95/46/EG“ müssen Sie hier eintragen.

Facebook lässt sich Zeit
Das heißt natürlich nicht, dass Sie von dem Internet-Giganten gleich eine E-Mail geschickt bekommen. Nein, die Bearbeitung so eines Antrags dauert, und zwar richtig lange. Ein Frist von 40 Tagen räumt sich Facebook dabei selbst ein, allerdings erhielten einige User wohl bereits die Nachricht, dass man die Frist nicht einhalten könne. Was dann (hoffentlich) im Postkasten liegt, ist laut Schrems eine CD mit einem Datenumfang von mehreren Hundert Megabyte. Dabei fehlen viele Daten noch, vor allem jene, die Facebook aus dem Nutzerverhalten selbst generiert. Und die sind eigentlich die interessantesten.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste
Damit Sie von Ihren eigenen Daten und denen, die Dienste wie Facebook erzeugen, nicht irgendwann böse überrascht werden, sollten Sie sie also sehr bewusst dosieren.

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Veröffentlicht 30. September 2011 von Bobelle in Mein Blog

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