Amazon spioniert Facebook-Daten aus   Leave a comment

Ein Datendeal des Netzwerk-Giganten Facebook mit dem Shopping-Riesen Amazon gefährdet den Datenschutz von Facebook-Nutzern weltweit.

Verraten-verkauft-Amazons-Datendeal

Sie sind bei Facebook? Dann steht in Ihrem Profil sicher auch, welche Filme, Musik und Bücher Sie bevorzugen. Gut möglich, dass auch Amazon Ihre Vorlieben genau kennt, obwohl Sie dort nie eingekauft haben: Dazu muss nur einer Ihrer Facebook-Freunde Kunde bei Amazon sein und zwei unbedachte Mausklicks gesetzt haben. Denn auf der US-Seite des Online-Kaufhauses erscheint seit einiger Zeit die Schaltfläche „Connect with Facebook“. Wer darauf klickt, öffnet sein Facebook-Konto, in dem automatisch eine App startet. Mit einem Klick darauf lädt er die Profildaten aller seiner Freunde auf die Server von Amazon.

Was macht Amazon mit den Daten?
Um an die Profildaten möglichst vieler Facebook-Nutzer zu kommen, hat Amazon still und heimlich einen gigantischen Datendeal mit Facebook geschlossen. Für den Versandhändler öffnet sich damit eine neue Goldgrube: Welche Produkte seinen Kunden gefallen, ist Amazon schon lange klar. Aber jetzt weiß der Internet-Gigant auch noch über die Vorlieben vieler Facebook-Mitglieder Bescheid – die erfahren davon nichts und es spielt keine Rolle, ob sie schon mal bei Amazon eingekauft haben. Das Perfide: Der Datenschatz von Amazon wächst sprunghaft. Schließlich muss nur ein Facebook-Mitglied die Connect-Funktion nutzen – schon hat Amazon die Profildaten seiner Freunde. Dazu gehören:

  • Name, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos
  • Profil-Infos zu Filmen, Büchern, Fernsehsendungen
  • Von den Facebook-Nutzern angegebene Interessen, Aktivitäten, Zitate
  • Alle Pinnwandeinträge und Facebook-Aktivitäten, an denen Nutzer über den „Gefällt-mir-Button“ Interesse gezeigt haben.

Datenmissbrauch im großen Stil
Was dem einen als praktischer Service bei der Suche nach dem passenden Präsent dient, ist für andere ein skandalöser Missbrauch persönlicher Daten. Schließlich halten es die sonst so mitteilsamen Unternehmen Facebook und Amazon nicht für nötig, ihre Nutzer zu informieren. Doch wer nicht weiß, was mit seinen Daten passiert, hat keine Möglichkeit, sich gegen die Übernahme seiner Profildaten zu wehren. „Amazon.com teilt keine dieser Informationen sowie auch keine Daten aus dem Amazon.com-Kundenkonto zu Bestellungen oder zur Einkaufshistorie mit Facebook oder den Facebook-Freunden der Kunden“, ließ die Firma wissen. Im Klartext: Der Ausspionierte erfährt nicht, wer seine Daten übermittelt hat. Zwar betont eine Facebook-Sprecherin, dass es – bislang – nur um die Profile amerikanischer Facebooker geht, doch dass diese Behauptung falsch ist, fand COMPUTER BILD schnell in einem Test heraus (siehe Bildergalerie „So landen Facebook-Daten bei Amazon“). Denn auch viele deutsche Amazon-Kunden haben ein Konto bei Amazon.com.

Damit hat Amazon die Chance, personalisierte Produktempfehlungen für Facebook-Freunde zu liefern.

So deaktivieren Sie die Datenweitergabe durch Freunde

Schritt 1

Wählen Sie in Ihrer Facebook-Profilleiste „Konto“ und klicken Sie auf den Menüpunkt „Privatsphäre-Einstellungen“.

Schritt 2

Klicken Sie dann unter „Anwendungen und Webseiten“ auf die Schaltfläche „Bearbeite deine Einstellungen“. Daraufhin erscheint „Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind“.

Schritt 3

Klicken Sie als Nächstes auf „Einstellungen bearbeiten“ und entfernen Sie alle Haken (etwa bei „Aktivitäten“, „Interessen“, „Dinge, die mir gefallen“). Beenden Sie die Einstellung per Klick auf „Änderungen speichern“.

Das sagt der Datenschützer
COMPUTER BILD zeigte die Funktion dem für Facebook zuständigen Datenschutzbeauftragten Professor Johannes Caspar. Der meint: „Vielen Facebook-Nutzern dürfte nicht bewusst sein, das trotz der Beschränkung ihrer Profildaten auf Freunde eine Weitergabe ohne ihre Einwilligung möglich ist. Und das sogar, wenn sie in ihren Privatsphäre-Einstellungen bereits ein hohes Datenschutz-Niveau festgelegt haben. Jeder Nutzer sollte seine Freunde um Einverständnis fragen, bevor er ihre Daten an dritte Anbieter weitergibt.“ Sind die Daten erst mal bei Amazon, lassen sie sich nicht mehr zurückholen.

Auf der US-Seite Amazon.com gibt es die Schaltfläche „Connect with Facebook“. Ein unbedachter Klick darauf ….. öffnet das Facebook-Konto und startet automatisch die App für die Datenweitergabe an Amazon.Das Facebook-Profil von COMPUTER BILD-Redakteur Frank Badenius strotzt vor Lieblingsbands, -filmen und -büchern. Eine Goldgrube für die Datenanalyse von Amazon.com.Mit ein paar Klicks war das Facebook-Profil an Amazon übermittelt. Das Einkaufsportal analysiert die privaten Daten und erzeugt entsprechende Kaufempfehlungen.

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Veröffentlicht 2. Oktober 2011 von Bobelle in Mein Blog

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