Kneipen-Karussell ist mächtig in Bewegung   Leave a comment

In der Gastronomie-Szene in Lippstadt findet im Moment ein lebhafter Wechsel statt. Alteingessene Gaststätten schließen, andere Lokale, die erst vor kurzem eröffnet wurden, sind schon wieder von der Bildfläche verschwunden. Aber auch bei Restaurants, die vor einiger Zeit mit „großem Bahnhof“ eröffnet wurden, sind die Pforten bereits wieder geschlossen. „Es gibt im Moment in und um Lippstadt jede Menge Läden, die man pachten oder mieten kann“, sagt Hans-Dirk Scheer, Vorsitzender des heimischen Köcheclubs und bis vor kurzem noch Betreiber des gleichnamigen traditionsreichen Landgasthofes in Hellinghausen.

Auch dort ist seit dem Jahreswechsel der Schankraum dunkel. „Aus privaten Gründen“, erklärt Hans-Dirk Scheer, der den Landgasthof vor einigen Jahren als Betreiber von seinen Eltern übernommen hatte. Ob die Küche im Gasthof Scheer auf Dauer kalt bleibt, ist nach Angaben von Scheer Junior momentan völlig offen. „Was passiert, kann man noch nicht sagen. Aber vielleicht weiß ich in vier Wochen mehr“, so Hans-Dirk Scheer. Mit einem Gerücht räumt der Gastronom aus Hellinghausen allerdings jetzt schon auf: Er werde definitiv nicht als Chefkoch zu Cosacks Brennerei wechseln, versicherte Scheer. Das stehe fest, der Rest mit Blick auf die Zukunft des Landgasthofes in Hellinghausen sei dagegen derzeit noch offen.

Im Schatten der Marienkirche gibt es derweil einen Wechsel bei der Gaststätte Forte, die vor gut 29 Jahren in dem ehemaligen Küsterhaus der Evangelischen Kirchengemeinde an der Marktstraße eröffnet wurde. Rainer und Giesela Forte haben ihre Gaststätte bereits an die Nachfolger übergeben. „Ein Ehepaar aus Bergkamen mit 30 Jahren Erfahrung in der Gastronomie übernimmt das Geschäft“, erklärte Rainer Forte im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Betrieb der Kneipe laufe nahtlos weiter, das Speiselokal werde vor der Neueröffnung noch umgebaut, so Rainer Forte, der sich nach Jahrzehnten in der Gastronomie gemeinsam mit Ehefrau Giesela auf den wohlverdienten Ruhestand freut.

Nur vorübergehend geschlossen hatte dagegen das traditionsreiche Gasthaus Landgräber in der Langen Straße. Die Besitzer gönnten sich den Angaben von Ehefrau Elvira Landgräber zufolge eine kleine Ruhepause zum Jahresanfang. Sie wollten den Urlaub nutzen, um etwas für die eigene Gesundheit zu tun, bevor es heute  weitergeht im Gasthof Landgräber.

Im Restaurant „Alte Reichsbank“ an der Cappelstraße, das erst im vorletzten Jahr mit großem Bahnhof eröffnet wurde, sind dagegen die Pforten seit Anfang Januar geschlossen. Für das außergewöhnliche Lokal in dem markanten Baudenkmal aus dem letzten Jahrhundert sucht der neue Eigentümer Andreas Holste, Bauunternehmer aus Geseke, derzeit nach einer Nachfolge-Nutzung (wir berichteten).

Derweil ist der Gastronom Alf Eichberger, der das italienische Restaurant „Rustica“ in der Fleischhauerstraße betriebt, inzwischen auch an anderer Stelle aktiv. Er hat das Gloria übernommen, das bis vor einiger Zeit im Windschatten des Eventhauses Apollo segelte. „Inzwischen gibt es einen separaten Eingang. Wir wollen das Gloria als Tanzlokal für die Altersgruppe 30 bis 60 etablieren“, kündigt Eichberger an, wohlwissend, dass dies kein einfaches Unterfangen sein wird. „Das muss sich erst rumsprechen“, ist Eichberger, der sich in der Lippstädter Gastronomie-Szene bestens auskennt, vom Erfolg des Gloria überzeugt. Eichberger hat in Lippstadt schon den Goldenen Hahn, das Alte Brauhaus und das Wiesenhaus gemanagt. Nun kommt das Gloria als Tanzlokal hinzu.

Einen aktuellen Leerstand gibt es in der Poststraße. Die Filiale der Fastfood-Kette „Subway“ ist verwaist. Dem Vernehmen nach wird die Lokalität ganz geschlossen. Demnächst will dort ein Optiker ein Geschäft eröffnen.

Ein weiterer Traditions-Gasthof im Lippstädter Norden steht den Angaben zu Folge ebenfalls wieder zur Disposition. Im früheren Gasthof Fernhomberg war vorübergehend das China-Restaurant „Goldener Drache“ geöffnet. Die Betreiber waren von der Rathausstraße in den Lippstädter Norden umgezogen. Nun sucht der neue Eigentümer des Gebäudes bereits wieder einen anderen Pächter für die Gaststätte oder eine andere Nutzung.

Einen weiteren Leerstand gibt es in der Marktstraße. Die Cocktailbar „bla-bla“ war nur kurze Zeit am Markt und ist seit einiger Zeit schon wieder geschlossen. Ein Nachfolge-Mieter wird gesucht, wie den großformatigen Plakaten in den Schaufenstern zu entnehmen ist.

Ins Reich der Fabeln verweist dagegen der Gastronom Hubertus Günther aus Hörste Gerüchte, die sich seit Monaten hartnäckig halten. Sie besagen, dass das Landhaus Günther im Laufe dieses Jahres geschlossen werde. „Da ist kein Quäntchen Wahrheit dran“, schickt Günther die Gerüchte-Köche ins Abseits. Seit 32 Jahren laufe das Landhaus an der Hörster Straße hervorragend, und das werde auch in den nächsten 32 Jahren so bleiben, versichert der Gastronom. An den Berichten über eine angebliche Schließung des gut frequentierten Restaurants sei nichts dran. Und außerdem werde demnächst mal eine seiner Töchter das Geschäft übernehmen, stellte Hubertus Günther klar.

Weniger gut sieht es dagegen für die Wiedereröffnung des ehemaligen Königshofs an der Südstraße aus. Dazu liefen hinter den Kulissen jede Menge Bemühungen, hieß es aus der Stadtverwaltung. „Aber es gibt ein Problem, das zunächst vor Gericht geklärt werden muss“, wie Fachbereichsleiter Joachim Elliger auf Anfrage unserer Zeitung berichtete. Es solle gerichtlich geklärt werden, inwieweit der Eigentümer für aktiven Lärmschutz sorgen müsse. Wegen Lärmbelästigung in der Nachbarschaft war die Diskothek „Übernacht“ in den Räumen des ehemaligen Königshofs an der Südstraße vor gut zwei Jahren geschlossen worden. „Ich rechne mit der gerichtlichen Klärung in diesem Jahr allerdings nicht mehr“, betonte Elliger und machte deutlich, dass in Sachen Königshof mit einer schnellen Klärung vorerst wohl nicht zu rechnen ist.

Stichwort: 345 gastronomische Betriebe

In Lippstadt gibt es zahlreiche Gastronomie-Betriebe. Insgesamt sind es im Stadtgebiet 345, die beim städtischen Fachdienst Recht und Ordnung registriert sind. Davon sind den Angaben zufolge 55 reine Imbiss-Stuben. Verbleiben also 290 Gaststätten, von denen jedoch 70 als reine Schankwirtschaften gemeldet sind.Demnach kann man in 220 Lokalen in der Lippe-Stadt essen und trinken.

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Veröffentlicht 28. Januar 2012 von Bobelle in Mein Blog

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