Mobiles Web, Cloud Computing und Social Media   Leave a comment

Erster Trend: Mobiles Internet
EBooks, Widgets, Apps und Streaming dominieren bei Tablets und Smartphones. Offenes Web-Browsing ist dagegen die Ausnahme. Die Mobile-User nutzen zwar exzessiv das Internet, doch die Bandbreiten sind auch bei 4G immer noch deutlich schlechter als die meisten drahtgebundenen Breitbandzugänge. Hier wird es bald technische Ersatzlösungen geben, die andere Übertragungsstrukturen erforderlich machen, als es derzeit in den drahtgebunden Internet-Zugängen der Fall ist.
Qualcomm ist zwar mit seinem Video-Dienst MediaFlo gescheitert, aber die dabei genutzte Technologie – eine Kombination aus terrestrischer Abstrahlung, satellitenbasierter Versorgung der Basisstationen und mobilfunkbasiertem Rückkanal – hat immenses Potenzial. Doch leider ist es nicht Internet-konform. Für die Anbindung ans Internets muss man wie vor 30 Jahren vorgehen: Dedizierte Gateways schaffen.

Die Cloud kann schneller – aber nur wenn sie proprietär wird.

Die Cloud kann schneller – aber nur wenn sie proprietär wird.

Zweiter Trend: Cloud Computing
Alle reden davon, doch noch hat diese IT-Anwendung einige Probleme zu meistern. Die Hauptschwäche: Ein langsames und anfälliges Internet. Wir beschränken uns in diesem Artikel nur auf die Cloud-Anwendungen von Endnutzern und kleinen Unternehmen. Eine der meistbeworbenen Anwendungen ist hier Backup bei einem Cloud-Provider. Doch aller Anfang ist schwer. Die New York Times probierte einen Upload von 60 Gigabyte. Nach zwei Tagen stoppte sie den Versuch, denn das System meldete, dass die Gesamtzeit rund 30 Tage beanspruchen wird!
Der Thin-Client-Experte Citrix setzt deshalb bereits seit langem ein eigenes dediziertes Protokoll für die Verbindung mit dem Client ein. Dessen Geschwindigkeit ist bei allen Vorführungen beeindruckend, sogar Online-Gaming soll damit möglich sein. Doch die Kehrseite davon ist die, dass alles zwischen dem Client und dem Server Citrix-proprietär ist – also schon jetzt kein offenes Internet mehr.

Web-Vater Tim Berners-Lee: "Facebook & Co. sind keine offenen Plattformen."  (Foto: Harald Weiss)

Web-Vater Tim Berners-Lee: "Facebook & Co. sind keine offenen Plattformen." (Foto: Harald Weiss)

Dritter Trend: Social Media-Netze
Web-Vater Tim Berners-Lee brachte es auf den Punkt, als er vor einem Jahr vor Facebook, LinkedIn und anderen Social Media Seiten warnte: "Das sind keine offenen Plattformen. Sie schaffen gefährliche Content-Silos, die das Internet als singuläre, universelle Plattform gefährden." Recht hat er! Natürlich sind es Anwendungs-Silos, die auch über eine eigene Infrastruktur kommunizieren könnten – falls dieses sinnvoll wäre. Doch statt auf die Social-Media-Betreiber zu schimpfen, sollte er sich einmal fragen, warum diese Netze solche riesigen Plattformen als Teil des Internets aufbauen konnten. Die Antwort ist einfach: Weil das von Berners-Lee definierte Web für den normalen Anwender viel zu kompliziert ist.
Wer will schon ein paar Wochen Webdesign studieren, nur um sich eine eigene Homepage anzulegen? Facebook bietet dem normalen User genau den Teil des Internets, den er sich wünscht: Eine einfach anzulegende Selbstdarstellung und eine simple Kommunikation mit Freunden. Von dieser Art Internet wird es bald noch mehr geben – Google+ ist nur der Anfang. Social-Media-Plattformen sind eigene virtuelle Web-Netze, ohne dass sie die Offenheit des Internets bieten. Die totalitären Staaten lieben diese Netze übrigens sehr, da sie leichter zu kontrollieren und abzuschalten sind.

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Veröffentlicht 1. März 2012 von Bobelle in Aktuelles

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