Netzneutralität: Icann und OECD wollen weniger Staat   Leave a comment

Icann: Sorge um die freie Entwicklung des Internet.

Icann: Sorge um die freie Entwicklung des Internet.

Zwei Schwergewichte haben sich zum Thema Netzneutralität auf dieselbe Seite gestellt, wie es scheint: OECD und Icann wollen weniger Staat und Reglementierung des Web – bei näherem Hinsehen gibt es aber wesentliche Unterschiede. So fürchtet die Internet-Organisation Icann die starke Hand des Staates und meint, dass es wenig Mittel dagegen gibt. Und, dass dies die Entwicklung des Internets als Meinungs- und Produktplattform behindern könne.
"Ich fürchte, dass die Versuche von Seiten der Regierungen weiter zunehmen werden, das Internet zu begrenzen", sagte das deutsche Icann-Vorstandsmitglied Erika Mann laut Tageszeitungs-Meldungen gegenüber der dpa. So gebe es in den USA etwa Bestrebungen, alle Internet-Domains zu sperren, die Urheber- oder Markenrechte verletzen sollen. Das hält sie demnach für "völlig überzogen". Und in diesen Kontext stellte sie auch Ansätze, das Internet aus sicherheitspolitischen Gründen zu regulieren.

 

OECD: 34 Ländervertreter und Lobbyisten aus Großkonzernen sehen vieles anders.

OECD: 34 Ländervertreter und Lobbyisten aus Großkonzernen sehen vieles anders.

OECD-Haltung hinkt etwas
Auch die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mischt sich aktuell in die Frage der Netzneutralität ein, hier gibt es eine neue Grundsatzerklärung für ein transparenteres und offenes Internet.
Sie hat allerdings in den Augen erster Kritiker einen Pferdefuß. Während einerseits der Verzicht auf eine internationale Regulierung des globalen Computernetzes gefordert wird, betont die Erklärung auch den Schutz von Urheberrechten im Internet. Dies könne als Freibrief für Regierungen verstanden werden, grundlegende Freiheitsrechte im Internet einzuschränken, sorgt sich der europäische Bürgerrechts-Beirat CSISAC. Wenn zudem in der Erklärung wiederholt von so genannten rechtmäßigen Inhalten gesprochen werde, sei zu befürchten, dass dies der Einführung von staatlichen Filtersystemen im Internet Vorschub leisten könnte. CSISAC stimmt dem Papier jedoch in Grundzügen zu.

Advertisements

Veröffentlicht 1. März 2012 von Bobelle in Aktuelles

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: