Facebook: Neue Richtlinien ablehnen – letzte Chance!   Leave a comment

Update 23.03.2012: Der User-Protest auf Facebook gegen die umstrittenen neuen Datenschutz-bestimmungen des sozialen Netzwerks ist gestern Abend regelrecht explodiert. Mehr als 36.800 Nutzer haben in den Kommentaren unter den neuen Richtlinien ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht, nachdem CHIP Online über die geplanten Änderungen berichtet hatte – vor unserer Berichterstattung lag die Zahl der Kommentare lediglich bei 1.200. Damit wurde das Ziel der Aktion nicht nur erreicht, sondern bei weitem übertroffen: Facebook hatte angekündigt, den Usern unterschiedliche Versionen seiner Datenschutzrichtlinien zur Auswahl zu stellen, sofern mindestens 7.000 Nutzer ihre Ablehnung posten. Die Protest-Lawine zwingt Facebook jetzt zum Handeln. Bleibt zu hoffen, dass die überarbeiteten Bestimmungen, die Facebook zur Auswahl stellen wird, den Interessen der User mehr entgegenkommen, als die abgelehnten Regelungen, und diesmal auch tatsächlich mit europäischem und deutschem Datenschutzrecht vereinbar sind. Über die "neuen neuen" Datenverwendungsrichtlinien sollen die User anschließend abstimmen, verbindlich wird das Ergebnis dieser Abstimmung aber nur, wenn sich weltweit mindestens 30 Prozent der Nutzer daran beteiligen.

Facebook: Neue Daten-verwendungsrichtlinien.

Originalmeldung vom 22.03.2012:
Facebook führt neue Datenschutz-bestimmungen ein – und die dürften nicht allen Usern schmecken. Wer damit nicht einverstanden ist, sollte die letzte Chance zum Ablehnen jetzt nutzen: Denn Freitag nacht um 1 Uhr läuft die Frist ab. Nur wenn genügend Gegenstimmen zusammenkommen, ändert Facebook die umstrittenen Richtlinien.

Mangelnde Aufklärung

Die neuen Datenschutzrichtlinien von Facebook sorgen für Aufsehen: So kritisieren die Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein und Hamburg, Thilo Weichert und Johannes Caspar, die neuen Bestimmungen, da diese die Rechte der Nutzer weiter einschränkten. Zudem wird die fehlende Aufklärung über die tatsächliche Verwendung der Nutzerdaten bemängelt. Das Recht der Nutzer, selbst über den Umfang der Datenverwendung zu entscheiden, werde weder hinreichend beachtet noch technisch umgesetzt. "Die Datenverwendungsrichtlinien sind weder mit europäischem noch mit deutschem Datenschutzrecht vereinbar", so Weichert. Auch müsse den Nutzern die Möglichkeit gegeben werden, die Verwendung ihrer Nutzungs- und Inhaltsdaten für Werbezwecke zu untersagen. Das sehen offenbar auch viele User so: Derzeit liegt die Zahl der Kommentare, in denen die Nutzer die neuen Bedingungen ablehnen, bei über 1.200.

Weitere Änderungen jederzeit ohne Zustimmung möglich

Ein Tiefpunkt der neuen Richtlinien: Facebook behält sich vor, jederzeit weitere Änderungen an den Nutzungsbedingungen vorzunehmen, ohne dafür um Ihre Zustimmung zu bitten: "Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen". Sehr bezeichnend: Bei Facebook heißen die Datenschutzrichtlinien künftig "Datenverwendungsrichtlinien". Das ist wenigstens ehrlich, denn darum geht es schließlich im Endeffekt: Die Nutzerdaten möglichst gewinnbringend weiterzuverwenden. Facebook selbst stellt das anders dar: "Viele Änderungen sind rein administrativ (…); andere machen unsere Praktiken und Richtlinien transparenter."

Kommentar: Änderungen ablehnen.

Das Teilen von Informationen

Facebook hat auf seiner "Governance"-Seite die Aktualisierung der Rechte und Pflichten online gestellt. In dem ellenlangen Schreiben heißt es beispielsweise zum Teilen von Inhalten und Informationen, "dass du (…) bei Nutzung einer Anwendung deine Informationen mit dieser Anwendung teilst; dem hast du mit der Installation der Anwendung zugestimmt." Dazu zählen auch Informationen, die zuvor ein Freund mit Ihnen geteilt hat, der die betreffende Anwendung selbst vielleicht gar nicht nutzt.

"Ich lehne die Änderungen ab"

Nur wenn 7.000 User die neuen Richtlinien durch einen Kommentar ausdrücklich ablehnen, will Facebook den Nutzern unterschiedliche Versionen zur Wahl stellen. Über diese wiederum sollen die User anschließend abstimmen, verbindlich wird das Ergebnis einer solchen Abstimmung aber nur, wenn sich weltweit mindestens 30 Prozent der Nutzer daran beteiligen. Sollten Sie mit den neuen Regelungen nicht einverstanden sein, können Sie Ihre Ablehnung direkt unter die deutsche Version der neuen Datenverwendungsrichtlinien posten. Scrollen Sie auf der Facebook-Seite einfach ganz nach unten. Als Kommentar genügt ein knappes: "Ich lehne die Änderungen ab."

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Veröffentlicht 23. März 2012 von Bobelle in Aktuelles

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