Knie OP am 20.06.2012   Leave a comment

Nun ist es eingebaut und nun sollte alles nur noch gut verheilen. Alles wird gut …. im DreifaltigkeitsKrankenhaus Erwitte.

Knie am 21.06.2012 Knie am 25.06.2012 Knie1 28.06.2012

Es muss nur noch alles richtig funktionieren.

Ein technisches Meisterwerk mit optimalem Sitz.

Eine Endoprothese ist ein künstliches Gelenk aus hochwertigen, körperfreundlichen Materialien. Sie ist in Aufbau und Funktion dem „Original“ nachempfunden und ersetzt die abge­nutzten Knorpeloberflächen: mit der Femur-Komponente am Oberschenkelknochen und der Tibia-Komponente am Schienbein. Die Gelenkflächen, die sich berühren, bestehen am Unterschenkel aus Polyethylen und am Oberschenkel vollständig aus Metall. Vor dem Eingriff wird der Operateur anhand Ihrer Röntgenbilder eine Zeich­nung entwerfen. Dabei wird er Modell und Größe der Prothesenteile festlegen und auch die Art der Fixierung. Alles wird auf Ihre ganz individuellen Be­dürfnisse abgestimmt. Alter, Geschlecht, Knochenform, Körpergewicht und nicht zuletzt Ihre körperlichen Aktivitäten spielen eine Rolle.

In der Regel können Sie davon aus­gehen, dass das „neue“ Gelenk Sie ein Leben lang begleiten wird. Große sportliche Aktivitäten beeinträchtigen jedoch die Lebensdauer und die Funk­tionsfähigkeit des künstlichen Gelenks und machen unter Umständen eine Wech­seloperation notwendig. Ich werde Sie im Detail gerne aufklären und beraten.

Künstliche Kniegelenke werden seit ca. 30 Jahren in zunehmender Anzahl eingesetzt. Während zunächst die künstlichen Gelenkteile  in der Mehrzahl mit „Knochenzement“ im Knochen befestigt wurden, verzichten in den letzten Jahren immer mehr Operateure auf den sogenannten „Knochenzement“ als Fixationsmittel. Möglich ist dies durch bessere Materialen der einzelnen künstlichen Teile und durch eine Veränderung der äußeren Form der Prothesenteile, die ein rasches Einwachsen der Kunstgelenke möglich machen. Während in den Anfangszeiten des Einsetzens von zementfreien Kunstgelenken, also ohne Zement als Fixierungsmittel, den Patienten oft eine länger dauernde Teilbelastung des operierten Beines auferlegt wurde, können die zementfrei eingebauten Kunstgelenke der heutigen Generation gleich nach der Operation voll belastet werden, sofern die Kraft und die Muskulatur und der Schmerz des operierten Beines dies erlauben. Wir nennen dies „schmerzadaptierte Vollbelastung“.

Beim Ersatz eines erkrankten, schmerzhaften und bewegungseingeschränkten Gelenkes werden heute die folgenden Prothesentypen angewandt:

  • Die einseitige Endoprothese (Unicondyläre oder Mono-Schlitten): Dieser Prothesentyp wird eingesetzt, wenn eindeutig nur ein Teil des Kniegelenks erkrankt ist, die übrigen Anteile aber noch gesund sind.
  • Die unverblockte Endoprothese: Die Gelenkoberflächen werden ersetzt, daher heißt diese Prothese auch Gelenkflächenersatz oder Oberflächenersatz. Voraussetzung ist die gute Führung der körpereigenen Kniebänder, da Oberschenkel- und Unterschenkelanteil nicht miteinander verbunden werden.
  • Die verblockte Endoprothese: Durch eine starre Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel wird das Knie, dessen Bandführung nicht wiederhergestellt werden kann, stabilisiert. Bei teilverblockten Prothesen sind auch Drehbewegungen des Unterschenkels möglich.

Von jedem Prothesentyp gibt es verschiedene Modelle, die mit unterschiedlichen Verankerungsmöglichkeiten und vielfältigen Größen gefertigt sind und für den jeweiligen Patienten vom Operateur entsprechend des erkrankten Gelenkes zusammengestellt werden. Die einzelnen Teile des künstlichen Gelenkes können dabei auf drei Arten eingesetzt werden (1/2/3).

  1. Zementierte Prothesensysteme:
    Alle Teile des künstlichen Kniegelenkes werden mit Knochenzement, einem schnellhärtenden Kunststoff, befestigt.
  2. Hybrid-Endoprothese:
    Einzelne Teile des künstlichen Kniegelenkes ( meist das Oberschenkelteil und eventuell der Kniescheibengelenkflächenersatz) werden zementfrei, der Unterschenkelteil aber mit Zement im Knochen verankert.
  3. Unzementierte (zementfreie) Knieprothesensysteme:
    Ober- und Unterschenkelprothesenteile werden im Knochen eingepaßt und verklemmt oder verschraubt An der Prothesenoberfläche bildet sich mit der Zeit neuer Knochen, der das Gelenk langfristig fixiert. Im Krankenhaus Martha Maria setze ich mit meinem OP-Team in der Regel das seit vielen Jahren bewährte System „Natural Knee II“ oder TC-Plus ein mit einer Oberschenkelgelenkfläche aus einer Chrom-Kobalt-Legierung, zum Knochen hin mit einer Titanlegierung beschichtet und Unterschenkel-Gelenkteilen aus Titan oder Chrom-Kobalt-Legierung, ebenfalls zum Knochen hin mit einer Titanlegierung beschichtet, auf die dann ein Polyäthylen Gleitkörper aufgesetzt wird.

Operation unter Verwendung eines Operationsroboters (ROBODOC, CASPAR) oder von sogenannten Orientierungssystemen:
In den Medien wird immer wieder über solche Operationen und über „neue Operationsmethoden“ berichtet. Bei diesen Operationen wird am Computer ein dem Patienten bzw. seinem Röntgenbild entsprechendes Prothesenmodell ausgesucht und die OP am Bildschirm geplant.
Beim Robodoc wird dann während der eigentlichen Operation das Knochenlager für die Komponenten der Prothese entsprechend der Planung mit einem Operationsroboter (ROBODOC oder CASPAR) so zugefräst, dass die künstlichen Gelenkteile entsprechend der vor der Operation vorgenommenen Planung eingesetzt werden können. Diese Idee kling auf den ersten Blick überzeugend. Zahlreiche nach dieser Methode operierte Patienten klagen aber über erhebliche Probleme mit Muskelfunktionsstörungen, Nervenstörungen und Gehbehinderung nach der OP. Zudem muss, wie bei der Hüfte, vor der OP ein Computertomogramm des Kniegelenkes und Oberschenkels in sogenannter Dünnschichttechnik mit einer sehr hohen Strahlenbelastung angefertigt werden.
Beim Computernavigationssystem führt der Computer nach vor der OP errechneten Winkelwerten sozusagen als elektronischer Winkelmesser den Operateur während der Operation bei der Zurichtung des Knochens und dem dann folgenden Einsetzen der Prothesenteile in achsengerechter Stellung.
Die Verwendung des Roboters oder eines „Orientierungssystems (Computernavigationssystem)“ können aber bisher fehlerhaftes Einsetzen der Prothesenteile nicht ausschließen.

Kliniken, die einen „Operationsroboter“ oder ein „Navigationssystem“ einsetzen, sind bisher den Beweis schuldig geblieben, dass diese OP-Technik mit all ihren Risiken tatsächlich einen Vorteil für den Patienten bringt. Vielmehr sind werden zur Zeit mehrere Prozesse von unter Einsatz des Robodoc operierten Patienten gegen die Operateure und Kliniken angestrengt.
Im Krankenhaus Martha-Maria werden wir derartige Techniken nur dann einsetzen, wenn nachgewiesen ist, dass für den Patienten keine vermehrten Risiken mehr bestehen.
Es kann nur eine Prothese für Sie geben — die richtige.
Sie haben sich für die Operation entschieden.

Bereiten Sie sich in aller Ruhe vor…..

Meist ist das Einsetzen einer Knieprothese ein geplanter Eingriff. Sie können mithelfen, indem Sie Ihren allgemeinen Gesundheitszustand vor der Operation verbessern: Falls sie Raucher sind, hören Sie jetzt damit auf und achten Sie auf Ihr Gewicht! Über die Möglichkeit einer Eigenblutspende sprechen Sie rechtzeitig mit ihrem Arzt. Der Eingriff kann in Voll- oder Teilnarkose erfolgen. Welche Methode sich in Ihrem Fall empfiehlt, bespricht Ihr Anästhesiearzt mit ihnen. Am Tag vor der Operation wird Ihnen – wenn möglich – am kranken Bein ein sogenannter Schmerzkatheter gelegt, der dann nach der Operation über Tage mehrmals täglich mit einem örtlichen Betäubungsmittel bestückt wird, um eine schmerzarme Bewegungstherapie zu ermöglichen.

Die Operationszeit beträgt etwa 45 Minuten -1 ½ Stunden.

….auf eine Routineoperation.

Über einen ca. 15 cm langen Schnitt an der Vorderseite des Knies wird das erkrankte Gelenk erreicht. Der Operateur entfernt die abgeschliffenen Knorpelflächen (1) mit speziellen Instrumenten und fixiert die Prothesenteile auf dem zurechtgeformten Oberschenkelknochen und Schienbeinkopf (2-5). In manchen Fällen muss auch die Rückfläche der Kniescheibe ersetzt werden (6). Dann wird das künstliche Gelenk (7) auf seine optimale Beweglichkeit geprüft und die Wunde verschlossen.

Operation

Am Ende der Operation wird Ihnen ein Kompressionsverband angelegt und ein erstes Röntgenbild gemacht. In die Wunde eingelegte dünne Drainageschläuche verhindern Blutergüsse, da nachsickerndes Blut abfließen kann. Bereits am Tag der Operation werden Sie mit Bewegungsübungen beginnen und oder am nächsten Tag erste Schritte machen.

Das Lager für die Prothesenteile wird mit Maschinensystemen elektrisch oder mit Druckluft entsprechend der Planung vor der Operation und unter der Berücksichtigung der während der Operation vorgefundenen Muskel- und Knochensituation vorgenommen.

All diese so operierten Kniegelenke sind nach der Operation in der Regel sofort voll belastbar. Ob der Patient allerdings tatsächlich dazu in der Lage ist, hängt von seiner muskulären und Knochensituation und oft vom Zustand der umgebenden Gelenke ab. So lassen wir im Regelfall den Patienten 5 Wochen nach der Operation zwei Stöcke zu Hilfe nehmen – wie bereits angeführt mit voller Belastung des operierten Gelenkes – und ab der 6. Wochen dann einen 1 Gehstock.

Auf Ihr „neues“ Kniegelenk können Sie sich verlassen!

Schritt für Schritt bekommen Sie ein gutes Gefühl…

Nach der Operation bleiben Sie etwa zwei Wochen im Krankenhaus. Sobald der Wundschmerz abgeklungen ist, wird Sie das angenehme Gefühl überraschen, sich wieder schmerzfrei bewegen zu können.
Zusammen mit den Physiotherapeuten planen wir dann die individuelle Nachbehandlung mit Ihnen: Sie werden ambulant oder in einer Rehabilitationsklinik weiterbehandelt.
Wieder zu Hause: im Krankenhaus haben Sie Übungen gelernt, die Sie jetzt täglich wiederholen. Nach wenigen Monaten können Sie das Leben wieder voll genießen – beruflich und privat. Gehen Sie Ihren Hobbys nach, und treiben Sie Sport. Erlaubt sind alle gelenkschonenden Aktivitäten: z.B. Radfahren, Skilanglauf, Schwimmen und Spazieren gehen. Das Heben schwerer Lasten und extreme sportliche Belastungen wie z.B. alpines Skifahren, Hochgebirgswandern und Tennisspielen sind tabu.
Nutzen Sie bitte mein Angebot zu regelmäßigen Nachuntersuchungen. Es ist wichtig, die fortschreitende Körperintegration Ihres „neuen“ Kniegelenks zu beobachten.
So können Probleme, die möglicherweise erst nach Jahren auftreten, schon früh erkannt werden.

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Veröffentlicht 24. Juni 2012 von Bobelle in Mein neues Knie

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