Fähige Programmierer wollen nicht in den öffentlichen Dienst   Leave a comment

Dass der Staat nicht seine eigene Hardware produziert, ist nachzuvollziehen. Aber weshalb man statt DigiTask nicht eigene Mitarbeiter mit einer sensiblen Aufgabe wie der Trojaner-Programmierung beschäftigt, bleibt unklar. Der Staat sei dazu derzeit nicht in der Lage, ihm fehle das nötige Know-how, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Frank Rosengart vom CCC glaubt, dass ohnehin kein guter Hacker dort arbeiten will: Wer Ahnung habe, wolle nicht für das miserable Gehalt im öffentlichen Dienst arbeiten. Aber wie soll der Bund die Produkte fachmännisch begutachten, wenn sie dort niemand wirklich versteht?

Seit der Trojaner-Enttarnung im vergangenen Herbst wurde viel versprochen. Bevor die umstrittene Software wieder eingesetzt werde, sollte sie besser werden, vor allem transparenter. Das Verhalten des bayerischen Innenministers macht keine Hoffnung, dass es auch so kommt. Das von einem CSU-Mann geführte Bundesinnenministerium arbeitet derweil noch immer an einer »Standardisierten Leistungsbeschreibung«, die zukünftig festlegen soll, was Spähsoftware können muss und vor allem darf. Doch Behördenmühlen mahlen langsam. Für Ende August rechnet man dort erst mal mit der Stellungnahme des Bundesdatenschutzbeauftragten, so lange müsse man warten, bevor es weitergeht.

Auf Anfrage der ZEIT bestätigte das Innenministerium indes, mit DigiTask noch immer im Geschäft zu sein. Die Daten aus der Antwort an die Linkspartei bezogen sich lediglich auf die Zeit bis 2011. Die Geschäftsbeziehung beschränke sich momentan jedoch auf die »Wartung von Produkten der herkömmlichen Telekommunikationsüberwachung«. Die viel kritisierten Trojaner gehören hier immerhin nicht dazu.

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Veröffentlicht 9. Oktober 2012 von Bobelle in Mein Blog

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