Kultur hinter Gittern   Leave a comment

Bünder Band "Backwater" spielte in Bielefelder Gefängnis

Bünde/Bielefeld-Senne. "Wir hauen euch gleich richtig was auf die Ohren", so begrüßte Band-Leader Dirk Sieker von der Bünder Rockband "Backwater" mit seinem Standardsatz seine Zuhöre in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Senne. Rund hundert Männer und die zwanzig weiblichen Besucher lauschten im Speisesaal dem rund 90-minutigen Konzert.

Schon vor zwei Jahren waren die Bünder Musiker Gäste in der Bielefelder JVA gewesen. "Im Januar 2013 waren wir im geschlossenen Vollzug und hatten nur etwa 20 Zuhörer. Dieses Mal waren wir im offenen Vollzug und dadurch die Besucherzahl deutlich höher", sagt Dirk Sieker.

Backwater begann das Konzert mit dem Hit der Toten Hosen "An Tagen, wie diesen…". Es folgten bekannte Songs wie "Still Haven’t Found", "Summer Of 69", "Mein Ding" oder "Don’t bring me down".

Das Konzert gehört zum Projekt "Kultur hinter Gitter": Im Hafthaus Bielefeld-Senne gibt es jährlich zwei bis drei Veranstaltungen dieser Art. "Wir betreuen über 100 Veranstaltungen in 40 Haftanstalten in Deutschland", beschreibt Monika Pfeifer-Lütkemeyer vom Vorstand des Kunst- und Literaturverein für Gefangene ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Der Verein sitzt in Dortmund.

Zwei Mal mussten Dirk Sieker und seine Band eine Zugabe geben, ein Zeichnen dafür, dass die Musik ankam. "So laut war es hier noch nie. Einigen der älteren Gefangenen war es etwas zu dröhnend und sie sind rausgegangen", stellte der für die Freizeitkoordination zuständige Justizbeamte Frank Baucke schmunzelnd fest. Er betonte aber, dass die Mehrheit der Häftlinge vom Rockabend begeistert war.

Dirk Sieker und seine Bandmitglieder empfanden die Atmosphäre bei ihrem diesjährigen Auftritt als deutlich lockerer als vor zwei Jahren. "Die Anwesenheit der Frauen war sehr angenehm", so Dirk Sieker. Den musikalischen Teil des Abends beendete Sieker mit den Worten: "Wir müssen um 9 Uhr zu Hause sein!" – "Wären wir auch gerne" kam als Antwort eines Häftlings aus dem Publikum.

Nach dem Konzert fand im Garten der Haftanstalt ein gemeinsamer Grillabend statt. Es gab interessante Gespräche zwischen den Häftlingen, den Justizbeamten, den Mitgliedern des Vereins für Gefangenenseelsorge und den Musikern. "Ich habe gestaunt, wie offen einige über den Grund ihres Einsitzens in der JVA sprachen", wunderte sich Dirk Sieker. Er kann sich gut vorstellen, bald wieder hinten "dicken Mauern" mit seiner Band Backwater, die Wände wackeln zu lassen.

Backwater rockte den Knast: Sologitarrist Frank Leißner (v.l.), Leader Dirk Sieker, Sänger Patrick Sieker und Schlagzeuger Tim Sieker spielten vor rund 120 Insassen. Sie coverten vor allem bekannte Hits. - © FOTO: THORSTEN MAILÄNDER

Quelle Neue Westfälische

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Veröffentlicht 27. März 2015 von Bobelle in Aktuelles

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